Der Versuch
Viel Aufwand im Bewilligungsverfahren entsteht durch unvollständige Eingaben. Ein Plan fehlt, eine Fläche im Formular stimmt nicht mit der Zeichnung überein, ein Nachweis ist veraltet. Beim Kanton Zürich setzte deshalb ein Test in der kantonalen Innovation-Sandbox an. Das Team untersuchte die einzelnen Schritte des Verfahrens und baute einen Prototyp, der Meldungen für Solaranlagen, Wärmepumpen und Ladestationen vorab prüft.
Parallel liess der Kanton die Fachhochschule Nordwestschweiz eine breitere Studie erstellen. EspaceSuisse fasst sie so zusammen: Der grösste Nutzen liegt bei klar umrissenen, wiederkehrenden Arbeitsschritten. Die vollständige Automatisierung ist kein Ziel. Entscheiden wird weiterhin die Behörde.
Was Bauherrschaften daraus mitnehmen
Wenn Software Eingaben vorprüft, fallen Lücken früher auf. Ein vollständiges Gesuch mit stimmigen Plänen und Kennwerten kommt dann schneller durch. Ein unsauberes kommt schneller zurück.
Dass die Modelle ausgerechnet beim Planlesen schwanken, überrascht uns nicht. Ein Bauplan ist eine dichte Fachsprache aus Linien, Massen und Signaturen. Ein Programm, das Texte gut zusammenfasst, liest deshalb noch lange keinen Schnitt richtig. Die fachliche Prüfung durch Menschen bleibt vorerst nötig, auf der Seite der Behörde wie auf unserer.
Schneller werden zuerst die einfachen Fälle mit eindeutigen Regeln. Bei Neubauten, Umbauten im Bestand oder Projekten mit Ermessensspielraum geht es um Einordnung und Abwägung. Das bleibt Beurteilungssache.
Digital wird das Gesuch ohnehin
Im Kanton Zürich müssen ab dem 1. April 2027 alle Baugesuche über die kantonale Plattform eingereicht werden. Basel-Stadt hat laut it-markt.ch seit Februar 2026 weitgehend umgestellt. Erst digitale Unterlagen machen automatische Vorabchecks möglich. Die übrigen Kantone sind unterschiedlich weit.
Unsere Einordnung
Der Bericht verspricht nicht, dass KI das Verfahren erledigt. Er zeigt, wo sie heute hilft: bei Vollständigkeit, Widersprüchen und einfachen Regelfällen. Für unsere Arbeit heisst das, die prüfbaren Punkte eines Projekts früh und vollständig zu klären. Ob ein Vorhaben bewilligungsfähig ist, zeigt sich in der Machbarkeitsstudie und in der Qualität der Eingabe, lange bevor ein Amt oder eine Software darauf schaut.
